26. November 2015 -

Neues aus dem Rathaus

Sitzungssaal

Die Stadtvertretung vom 18. November hat sich hauptsächlich mit dem Thema „Klinikum Nordfriesland“ befasst. Des Weiteren stand ein SPD-Antrag zum betreuten Wohnen im Bachstelzenring auf der Tagesordnung.

Bezugnehmend auf die aktuellen Entwicklungen rund um das Niebüller Krankenhaus hat die SPD-Fraktion im Vorfeld der Stadtvertretersitzung den Antrag gestellt, den Punkt „Klinikum Nordfriesland“ auf die Tagesordnung zu setzen, um den politischen Dialog zu eröffnen und fraktionsübergreifend ein Zeichen zum Erhalt des Krankenhauses in seiner derzeitigen Form zu setzen.

Mit rund 70.000 Menschen, die es während der touristischen Hauptsaison zu versorgen gilt, stellt das Krankenhaus in Niebüll eine wichtige Funktion innerhalb der medizinischen Infrastruktur dar. Hinzu kommt die enge Verbindung zu den Hausärzten, die ohne ein Klinikum im Rücken ihre Arbeit kaum in der bewährten und guten Weise leisten könnten. Ferner sind die Entfernungen zu anderen Krankenhäusern überwiegend derart groß, dass durch eine Verringerung des Standortes Niebüll zur Portalklinik schwerwiegende Folgen zu erwarten sind und faktisch ein „weißer Fleck“ auf der Landkarte entstehen würde. Dies kann nicht hingenommen werden und wird der großartigen Leistung, die sämtliche Mitarbeiter*innen tagtäglich leisten nicht gerecht. [eine ausführliche Stellungnahme befindet sich in Form einer Pressemitteilung am Ende dieses Berichtes.]

Bei dem SPD-Antrag zum betreuten Wohnen ging es um das freie Grundstück neben den bereits bestehenden Einrichtungen im Bachstelzenring. Um der Stadt die Gestaltungshoheit zu sichern, war unsere Idee, das Grundstück zu kaufen und für selbstbestimmtes, würdevolles Wohnen bereitzustellen. Dabei ist der SPD-Fraktion wichtig, möglichst viele Dienstleistungsangebote vor Ort anzubieten und gleichzeitig für den Fall der Fälle ein Betreuungs- und Notfallangebot vorzuhalten. Insbesondere durch die Nähe zu den bereits bestehenden Einrichtungen könnten Synergie-Effekte genutzt werden. Leider besteht allerdings zurzeit nicht die Möglichkeit, das Grundstück zu erwerben. Trotzdem werden wir das Thema immer wieder auf die politische Agenda setzen, um dem sich vollziehenden demographischen Wandel gerecht zu werden.

 

Für die Fraktion

 

Hendrik Schwind-Hansen

 

Pressemitteilung der SPD-Fraktion Niebüll zur Situation des Krankenhauses

 Die SPD-Fraktion Niebüll nimmt Bezug auf das vorgelegte Gutachten zur Analyse des Klinikums Nordfriesland und spricht sich mit aller Deutlichkeit gegen die enthaltenen Vorschläge aus. Eine Nutzung des Krankenhauses Niebüll als Portalklinik mit den enthaltenen Forderungen der Schließung der Geburtenstation sowie der HNO-Abteilung, der Reduzierung der Intensivstation sowie der Chirurgie und der Einschränkungen im Bereich der Notfallambulanz sind weder sozial- noch gesundheitspolitisch vertretbar; faktisch würde Südtondern von der medizinischen Versorgung abgeschnitten werden. Darüber hinaus ist der Zeitplan für eine Entscheidungsfindung im Dezember nicht hinnehmbar.

Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende, Thomas Uerschels: „Für uns ist die Situation klar. Wir wollen den Standort Niebüll im bisherigen Zustand erhalten. Dies gilt sowohl für die Angebote der Grund- und Regelversorgung als auch für die vielen weiteren Leistungen. Die nun geäußerten Vorschläge sind eine Zumutung für die Menschen, die täglich ihre ganze Kraft im Niebüller Krankenhaus für die Patientinnen und Patienten aufbringen und eine hervorragende Arbeit leisten!“

„Außerdem haben sich viele Bürgerinnen und Bürger für ein Leben in und um Niebüll entschieden, da hier eine medizinische Infrastruktur vorgehalten wird. Wenn man dann noch bedenkt, dass gerade erst das Bewegungsbad in der Klinik durch den Förderverein und die große Solidarität vieler Gemeinden saniert wurde, wird das Bekenntnis zum Niebüller Krankenhaus mehr als deutlich“, so Uerschels weiter.

Weiterhin führt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Hendrik Schwind-Hansen, aus: „Durch eine Schließung der Geburtenstation in Niebüll würde sich die ohnehin mehr als angespannte Situation aufgrund der Schließungen auf Sylt und Föhr nochmals verschärfen. Dies ist schlichtweg nicht tragbar und ein Affront gegenüber werdenden Müttern. Des Weiteren ist die Vorstellung, dass die Patientinnen und Patienten eins zu eins nach Husum transferiert werden könnten mehr als fragwürdig.“